Ein Schaden für weltoffene Hochschulbildung!

Katholisches Forum Hochschule und Kirche lehnt Bayerische Pläne für Studiengebühren ab

(Bonn, 28. Juni 2022) Der Vorstand der katholischen Bundesorganisation Forum Hochschule und Kirche (FHoK) hält die Pläne der Bayerischen Landesregierung, Studiengebühren für internationale Studierende aus Nicht-EU-Staaten einzuführen, für unzeitgemäß und schädlich. Mit der Maßnahme werde der finanzielle Druck auf Studierende aus wirtschaftlich schwächeren Ländern dramatisch erhöht und die internationale Attraktivität der deutschen Hochschulstandorte ramponiert. Die jahrzehntelangen Bemühungen um weltoffene Hochschulen werden dadurch konterkariert. Das FHoK fordert die Bayerische Staatsregierung auf, die Pläne umgehend aufzugeben.

„Dass unsere Landesregierung ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt, wo Lebenshaltungskosten dramatisch steigen, solch eine Idee wie Studiengebühren für internationale Studierende aufs Tapet bringt, ist unbegreiflich“, erklärt Rena Kagerer, Sprecherin der Bayerischen regionalen Konferenz der katholischen Hochschulseelsorger:innen. „Damit werden nicht nur zwanzig Jahre Bemühungen um eine stärkere Internationalisierung unserer Hochschulen in Frage gestellt. Es werden auch Studienabbrüche riskiert und zahllose Studierende insbesondere aus Ländern des Globalen Südens vor unlösbare Probleme gestellt. In den Beratungsstellen unserer Hochschulgemeinden erfahren wir hautnah von den Nöten dieser Menschen. Ein solcher Politikwechsel ist unverantwortlich. Wir Hochschulgemeinden in Bayern – evangelische wie katholische – haben uns letztes Jahr bereits mit zahlreichen Hochschulinitiativen gegen diese Pläne im Rahmen des sogenannten Hochschulinnovationsgesetzes positioniert!“

„Mir ist unverständlich, wie ein Freistaat, in dem noch 2013 durch eines der größten Volksbegehren Studiengebührenpläne der Regierung weggefegt worden sind, nun ebensolche Gebühren für internationale Studierende erheben will“, erklärt Frank Pätzold, Referatsleiter für Hochschularbeit im Bistum Hildesheim. „Baden-Württemberg hat solche Gebühren 2017 eingeführt. Im Monitoringbeirat sind auch die evangelischen und katholischen Kirchen an der Hochschule vertreten. Die Auswirkungen der Gebühren sind ernüchternd: Die Anzahl internationaler Studienanfänger:innen aus Ländern des Globalen Südens stagniert seither; die Hochschulen erhalten lediglich 20 Prozent der Gebühreneinnahmen. Der Rest fließt in eine aufwändige Verwaltung und in den allgemeinen Hochschuletat des Landes. Es gibt keine nennenswerten Initiativen, um mit diesen Geldern die soziale oder fachliche Integration von internationalen Studierenden an den Hochschulen zu fördern“, ergänzt Pätzold. „Hier scheint es schlicht darum zu gehen, Haushaltslöcher zu stopfen – und das auf Kosten der Schwächsten im Hochschulraum! Weltoffene Hochschulen sind eine langfristige strategische Investition, die dem Frieden dient und uns als Gesellschaft und als Staat in der globalen Welt stärkt. Was die Bayerische Staatsregierung vorhat, ist genau das Gegenteil!“

 

Pressemitteilung zum Download

 

Kontakt:                           

Rena Kagerer                                    0941 – 92243
(KHG Regensburg)

 

Frank Pätzold                       0151 – 628 665 18
(Vorsitzender)

Dr. Lukas Rölli                                                                   0163 – 339 2367
(Geschäftsführer)

 

Foto: Jud Mackrill on Unsplash

 

 

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