14 Studierende im Deutschen Bundestag – Bericht zum Seminar in Berlin

Was macht ihr denn da oben? – Hospitation im Deutschen Bundestag

(Bonn/Berlin, März 2022) Warum sind die Sitze im Plenarsaal eigentlich nicht immer alle gefüllt? Was ist das Besondere an einer Haushaltswoche? Was passiert mit meinem Anliegen, wenn ich einem Bundestagsabgeordneten schreibe? Warum wird das Paul-Löbe-Haus auch Motor genannt? Von wo aus kann man auf dem Bundestag den Sonnenuntergang am besten verfolgen?

Diese und unzählige andere Fragen konnte uns die Seminarwoche hautnah beantworten. Wir, das sind 14 Studierende aus ganz Deutschland und mit den unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen, die sich vom 20. bis 25. März in Berlin trafen, um an der Hospitation im Bundestag der AKH teilzunehmen. Drei Tage lang durften wir den Tagesablauf eines uns zugeteilten Mitglieds des Bundestages verfolgen und dank unseres Hausausweises auch auf eigene Faust Erkundungstouren starten.

Doch was macht so ein Abgeordneter eigentlich den ganzen lieben langen Tag? Das Sitzen im Plenum, wie es uns die Nachrichten oft zeigen, ist nämlich nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Ein großer Teil der Arbeit läuft weniger öffentlichkeitswirksam. So gilt es (außer in Haushaltswochen) in Ausschüssen und Unterausschüssen zu tagen, Mitglieder von Verbänden zu treffen, Reden zu schreiben, Anliegen von Bürgern zu beantworten, Grußworte zu sprechen und – wenn daneben noch Zeit bleibt – im Casino oder Lampenladen Essen zu gehen. Dass das allein gar nicht zu schaffen ist, kann man sich vorstellen. Aber zum Glück hat jeder Abgeordneter auch gut informierte und ausgebildete Mitarbeiter, sowohl in Berlin als auch im Wahlkreisbüro. Dass hier ganz viel Arbeit passiert, die ich als Bürgerin nicht direkt sehe, ist eine meiner Take-home-messages dieser Woche. Des Weiteren weiß ich jetzt, dass jede vernünftige Anfrage auf alle Fälle eine Antwort erhält, Berlin also nicht so unnahbar ist, wie angenommen.  Aber auch, dass in den Gebäuden, die durch ein interessantes unterirdisches Gangsystem verbunden sind, neben einer Postfiliale und einer riesigen Bibliothek auch eine Turnhalle zu finden ist.

Denn Ausgleich muss sein, soweit dies eine 80h-Woche zulässt, welche nicht ganz ungewöhnlich ist, wie uns Emilia Fester, jüngste Abgeordnete dieser Legislaturperiode, in einem abendlichen Gespräch verriet. Der Austausch mit ihr war eines der Highlights unseres Rahmenprogramms, welches auch einen Besuch im Katholischen Büro und eine Führung über das Gelände der Berliner Stadtmission umfasste. Auch die Problematik des Ukrainekonfliktes war allgegenwärtig und trug dazu bei, dass die Woche äußerst intensiv, lehr- und abwechslungsreich war. Dass dies in einer sehr harmonischen Gruppe aufgefangen wurde und sich viele spannende Essensgespräche ergaben, rundete dieses Seminar, welches ich jedem Interessierten nur empfehlen kann, gekonnt ab.

Am Ende bleibt mir noch zu sagen, auch wenn die wenigsten von uns Politiker sind oder werden, so ist Politik doch unser aller Aufgabe, zum Mitdenken, Mitgestalten und Mittragen.

Danke an die wunderbare Organisation für diese einmalige Chance.

Anna Walter KHG Erlangen

Kontakt:                           

Antonia Huybrechts                              0228-92367-22
(Referentin)

Foto: FHoK

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