Frauen in alle Ämter! Jetzt müssen konkrete Schritte folgen

Frauen in alle Ämter! – Jetzt müssen konkrete Schritte auf dem Weg zum Frauenpriestertum folgen

(Tübingen-Trier, 10. Februar 2022) In der 3. Vollversammlung des Synodalen Wegs wurden vor einer Woche in erster Lesung bahnbrechende Texte zur Frage von Frauen im sakramentalen Amt der katholischen Kirche beschlossen. Die Sprecherinnen der rund 90 katholischen Hochschulseelsorgerinnen innerhalb der Bundeskonferenz der Hochschulseelsorger:innen in Deutschland (KHP) begrüßen, dass mit diesen Papieren ein Durchbruch in dem jahrelangen Diskurs über Frau und Priestertum gelungen sei. Sie zeigen sich bereit, die langwierigen Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche in ihrem eigenen Handlungsbereich der Hochschulgemeinden beharrlich weiter zu verfolgen. Der Vorstand der KHP unterstützt dieses Bemühen und sieht darin einen wichtigen Baustein zur Erhaltung der Glaubwürdigkeit der Kirche im 21. Jahrhundert.

„Die Texte zu Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche und im Besonderen zum Zugang von Frauen zum sakralen Amt sind wirklich bahnbrechend“, erklärt Kerstin Schelkle, Leiterin der Hochschulgemeinde in Tübingen und Sprecherin der Frauenkonferenz. „Seit Jahren spüren wir im Kreis unserer Kolleg:innen, aber auch bei Student:innen ein wachsendes Unverständnis über die immer gleichen Argumente, mit denen die Weihe von Frauen unterbunden werden soll. Die mehrdimensionale interdisziplinäre Herangehensweise der Autorinnen dieser Papiere ist deshalb wegweisend. Mit diesen Argumenten im Rücken kann ich auch im säkularen Umfeld an den Hochschulen mein Engagement für Geschlechtergerechtigkeit und das Ringen meiner Kirche glaubwürdig vertreten“, führt Kerstin Schelkle aus.

„Vermutlich etwa die Hälfte aller katholischen Frauen, die sich in den nächsten zehn Jahren in unseren Kirchen vor Ort engagieren, machen in unseren Hochschulgemeinden wichtige Erfahrungen mit Glauben und Engagement. Es ist zentral, dass wir diesen Frauen aber auch ihren männlichen Kommilitonen neue Sehgewohnheiten erschließen, wenn es um die Fragen ihrer Würde und ihrer Charismen in unserer Glaubensgemeinschaft geht“, meint Kirsten Denker-Burr. Sie leitet die Hochschulgemeinde in Trier und ist ebenfalls Sprecherin der Frauenkonferenz. „Wir müssen in den Hochschulgemeinden sichtbar machen, dass Leitung durch Frauen möglich ist. Ich meine, dass wir das auch im sakramentalen Bereich erfahrbar machen müssen! Wir werden deshalb noch mehr als bisher die Freiheiten ausloten und leben, die in unseren jeweiligen Diözesen gegeben sind. Wir selbst und vor allen Dingen die Student:innen können nicht länger warten, bis wir unseren Berufungen folgen können“, schließt Denker-Burr.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Synodalversammlung ganz konkrete Schritte beschrieben hat, die nun gegangen werden sollen. Eine eigene Kommission soll gegründet werden, die die Öffnung des Priestertums für die Frau vorantreibt. Das ermutigt uns, auch im Kreis unserer Konferenz der Hochschulseelsorger:innen (KHP) einen strukturierten Diskurs zu dieser Frage zu gestalten“, ergänzt Christine Schardt, Hochschulseelsorgerin in Mainz und Vorsitzende der KHP auch im Namen ihres Vorstandes. „Ich halte es für wichtig, dass wir jetzt bald konkrete Angebote für Kolleginnen und auch Kollegen entwickeln, die Hochschulseelsorger:innen darin bestärken, in ihren Hochschulgemeinden neue Leitungsmodelle zu erarbeiten, um Frauen und Männern gleiche Möglichkeiten der Verwirklichung ihrer Charismen zu geben. Ohne Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der Kirche gewinnen wir in unserer Gesellschaft keine Glaubwürdigkeit mehr zurück“, ist Kerstin Schelkle überzeugt.

 

Kontakt:

Kerstin Schelkle         (07071) 94 46-14          

Kirsten Denker-Burr    (0651) 967 964 47        

Christine Schardt        (06131) 322 107          

Dr. Lukas Rölli           (0163) 339 23 67         

 

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Foto: KHG Tübingen

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