Studierende wünschen eine dialogbereite Kirche

Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) dokumentiert das Interesse von Studierenden am innerkirchlichen Dialog

(Bonn, 11. Mai 2016)   Studierende möchten sich in den innerkirchlichen Diskurs um eine glaubwürdige katholische Kirche einbringen. Und sie wünschen sich eine dialogbereite Kirche. Das sind zwei zentrale Erkenntnisse aus einer breiten Befragung unter Studierenden im Umfeld der Katholischen Hochschul- und Studentengemeinden. Studierende setzen sich durchaus ernsthaft mit den lehramtlichen Positionen der Kirche zu Ehe- und Sexualmoral und auch zu Fragen des Zölibats oder der Priesterweihe für Frauen auseinander. In vielen Fragen zeigt sich jedoch eine große Diskrepanz zwischen kirchlicher Lehre und der Lebenspraxis von Studierenden. Diese Lebenspraxis ist sehr wohl moralisch reflektiert. Und deshalb wünschen sich Studierende, dass ihre Lebenswirklichkeit und ihr Ringen um ein gutes Leben im innerkirchlichen Diskurs wertschätzend wahrgenommen werden.

Eine studentische Arbeitsgruppe der AKH hat in den vergangenen zwei Jahren die Befragung zu kirchenpolitischen Einstellungen unter rund 600 Studierenden im Umfeld der Katholischen Hochschul- und Studierendengemeinden eigenständig durchgeführt und ausgewertet. Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) hat die Ergebnisse nun in einer Dokumentation veröffentlicht. Die Dokumentation vermittelt ein differenziertes Bild der Meinung von Studierenden zu den Themen Zölibat, Priesterweihe der Frau, Schwangerschaftsabbruch, Empfängnisverhütung, Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen, Homosexualität, Laienengagement und Ökumene. In einer kritischen Stellungnahme zu den Ergebnissen fordert der AKH-Vorstand eine differenzierte Wahrnehmung von gelebter Sexualität, eine völlige Anerkennung homosexueller Partnerschaften und eine stärkere Berücksichtigung von Einzelfallentscheidungen in der kirchlichen Lehre.

„Nach den beiden Familiensynoden und nach der Veröffentlichung der Enzyklika „Amoris laetitia“ hoffen wir, dass die Diskussionen über wichtige Fragen des Glaubens in unserer Kirche weitergeführt werden“, erklärt Charlotte Dietrich, Vorsitzende der AKH. „Die Befragung unserer Arbeitsgruppe Kirchenpolitik zeigt eindrücklich, dass wir jungen Katholikinnen und Katholiken uns in diese Diskussionen mit einbringen möchten. Wir wünschen uns sehr, dass unsere differenzierten Sichtweisen in zukünftige Gespräche und Überlegungen mit einbezogen werden.“

 

Dokumentation und Stellungnahme der AKH zum Download:

Dokumentation_Kipo_Umfrage
Stellungnahme_Kipo_Umfrage

 

Unterstützung für KHGn oder KSGn bei der Gestaltung von Veranstaltungen zum Thema:

Hochschul- und Studentengemeinden, die eine Veranstaltung zu Themen der Befragung machen möchten und sich dafür eine Unterstützung wünschen, wenden sich bitte an den Sprecher der Arbeitsgruppe Kirchenpolitik der AKH, Markus Merkel (). Ein Vorschlag der Arbeitsgruppe Kirchenpolitik zur Gestaltung eines Themenabends wird demnächst auf dieser Seite zur Verfügung gestellt.

 

Banner: FHoK e.V.

 

Teilen mit:
Veröffentlicht in Allgemein Getagged mit: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*