
Das Forum Hochschule und Kirche, die Fachorganisation der katholischen Kirche für deren Präsenz an den Hochschulen, begrüßt grundsätzlich den Bolognaprozess und die damit verbundenen Ziele. Die hochgesteckten Erwartungen an die Studienreform haben sich bisher aber nur in geringem Maß erfüllt. Das liegt wesentlich daran, dass die Bundesländer ein betreuungsintensives System eingeführt haben, ohne den Hochschulen ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Reform wurde nicht nur gegenüber den Studierenden, sondern auch gegenüber den Professoren mangelhaft kommuniziert und vielerorts schlecht umgesetzt.
Bei den dringend gebotenen Nachbesserungen fordert das Forum, dem Abbau der selektiven Wirkung des Bildungssystems oberste Priorität einzuräumen. Elemente der Persönlichkeitsbildung und Freiräume für die Persönlichkeitsentwicklung müssen durch eine phantasievollere Gestaltung der Studiengänge ausgebaut werden. Eine vertiefte Internationalisierung der Hochschulen und die erhöhte Mobilität deutscher Studierender muss durch flexiblere Anerkennungspraktiken gewährleistet werden.
In einem dreiseitigen Perspektivenpapier (erhältlich unter www.fhok.de) hat das Forum Hochschule und Kirche wichtige Forderungen an die Nachbesserung des Bolognaprozesses im Blick auf die drei Ziele Bildungsbeteiligung, Persönlichkeitsbildung und Internationalisierung zusammengefasst. Das BAföG muss als zentrales Instrument zur Förderung der Bildungsbeteiligung kontinuierlich ausgebaut werden. Die Länder müssen die Hochschulen endlich mit mehr Lehrpersonal und ausreichender Infrastruktur ausstatten.
Die Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Studiengänge und für die Übergänge vom Bachelor zum Master müssen flexibilisiert werden. Auslandsaufenthalte müssen fest in konsekutive Studiengänge eingebaut werden. Bei der Qualitätsentwicklung der Studiengänge ist stärker darauf zu achten, dass Module nicht überfrachtet werden, dass sie eigenständiges, wissenschaftlich fundiertes Lernen, eine breite fachliche Bildung und die Entwicklung kritischen Verantwortungsbewusstseins fördern und auch Freiräume für die Persönlichkeitsentwicklung offen lassen.
Die Informationen für Studieninteressierte und die Beratungsangebote für Studierende sind auszuweiten. Die Internationalisierung an den Hochschulen muss vertieft und im Blick auf Studierende aus Schwellen- und Entwicklungsländern gerecht ausgestaltet werden.
Kontakt und weiterführende Informationen:
Dr. Lukas Rölli (Geschäftsführer)
Tel. (0228) 923 67 -
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mobil (0163) 339 23 67
Mail: roelli@fhok.de








