öffentlichen Diskursen der Hochschulpolitik wird diese Entwicklung primär unter dem Aspekt des internationalen Wettbewerbs von Wissenschafts- und Bildungssystemen und unter dem Blickwinkel der Gewinnung von zukünftigen Fachkräften für die heimische Wirtschaft beurteilt.
Für die Hochschulen selbst hat die starke Zunahme von ausländischen Studierenden aber vor allen Dingen eine kulturelle Veränderung mit sich gebracht. Die Entwicklung wird noch verstärkt durch die wachsende Gruppe von deutschen Studierenden, die in ihrer Biographie einen Migrationshintergrund aufweisen. Hochschulen sind heute kulturell deutlich vielfältiger als vor zwanzig Jahren.
Kulturelle Vielfalt kann für Hochschulen eine große Chance sein. Nie zuvor war das Leben in den Hörsälen, Seminarräumen und Laboren so kosmopolitisch wie heute. Aber die Tatsache, dass Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen und mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten miteinander lehren, lernen und forschen, hat nicht automatisch zur Folge, dass diese kulturelle Diversität produktiv wird und für alle Beteiligten zu einer Horizonterweiterung führt.
Kulturelle Diversität ist für die Hochschulen eine Aufgabe, die es bewusst zu gestalten gilt. Dabei können die Kirchen an den Hochschulen einen unterstützenden Beitrag leisten. Die Katholischen Hochschul- und Studierendengemeinden waren seit jeher Anlaufstellen für Studierende aus dem Ausland. Heute sind sie vielfach Brückenbauer zu Studierendengruppen mit anderen kulturellen Hintergründen, etwa zu muslimischen Studierenden oder zu Studierenden aus Afrika oder Lateinamerika.
Die Beiträge und Praxisbeispiele, die wir Ihnen in diesem Heft vorstellen, vermitteln Anregungen, die Internationalisierung der Hochschulen in einem neuen Licht zu sehen, und kulturelle Diversität als bewusste Gestaltungsaufgabe an den Hochschulen wahrzunehmen, an der alle mitwirken können.
Ich freue mich, wenn unser Heft Ihr Verständnis von Diversität am Campus bunter macht.








