Der Beitrag der Kirchen
Kooperationstagung von AKH und ESG
10.-12. Dezember 2008 in Kronberg / Ts.
Ergebnisse und Erkenntnisse der Kooperationstagung

Erstmals führten die AKH und die ESG vom 10.-12. Dezember 2008 in Kronberg Ts. gemeinsam eine Kooperationstagung zum Thema "Internationalisierung der Hochschulen" durch. An der Tagung nahmen 48 Fachleute aus katholischen und evangelischen Hochschul- und Studierendengemeinden aus ganz Deutschland teil. Als Gesprächspartner in Workshops und Podiumsgesprächen wirkten rund ein Dutzend Vertreterinnen und Vertreter aus folgenden Organisationen mit: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD), Deutsches Studentenwerk (DSW), World University Service (WUS), Deutsche Bischofskonferenz (DBK), Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) und Katholischer Akademischer Ausländer-Dienst (KAAD).
Die schriftlichen Rückmeldungen der Teilnehmenden auf die Veranstaltung machen deutlich, dass die Kooperationstagung bei vielen Fachkräften aus den Hochschul- und Studierendengemeinden neue Ideen und Kooperationsperspektiven für die Arbeit mit ausländischen Studierenden eröffnet hat. Eine Mehrheit der Teilnehmenden bezeichnete die Tagung als (sehr) hilfreich, um Kenntnisse über die hochschul- und entwicklungspolitischen Dimensionen der Arbeit mit ausländischen Studierenden zu erweitern und um andere Akteure kennenzulernen. Sowohl durch den Austausch in den Workshops wie auch durch die beiden Podiumsgespräche ist es gelungen, die Leistungen der Hochschul- und Studierendengemeinden bei den Partnern in der Bundespolitik und bei den Hochschulorganisationen stärker ins Bewusstsein zu bringen.

Die Tagung hat deutlich gemacht, dass entwicklungspolitische Anliegen im Rahmen der Internationalisierung der Hochschulen weiter gestärkt werden müssen. Hier können Hochschul- und Studierendengemeinden gemeinsam mit den STUBE-Organisationen in den Bundesländern und mit dem EED und dem KAAD Lobbyarbeit im Blick auf drei Zielrichtungen leisten: Gezielte Stipendienprogramme für Entwicklungsländer, die in Gesamtstrategien zum Aufbau der Bildungs- und Wirtschaftsstrukturen dieser Länder eingebettet sind, müssen weiter ausgebaut werden. Die Entwicklungspolitische Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen muss verstärkt werden. Das entwicklungspolitische Bewusstsein von deutschen Studierenden muss durch die Einbeziehung entsprechender Themen in die Studiengänge und durch die Förderung von außeruniversitären Bildungsmaßnahmen gefördert werden.
Für den sich abzeichnenden steigenden Mittelbedarf zur Unterstützung von ausländischen Studierenden in Notsituationen zeichnet sich noch keine befriedigende Lösung ab. Die evangelische und die katholische Kirche leisten hier mit ihren Notfonds beachtliche Arbeit. Von staatlicher Seite existieren nur in wenigen Bundesländern vergleichbare Fonds. Der Bund hält sich bisher mit Ausnahme des überschaubaren Matching-Funds-Programms des DAAD im Rahmen von „Profis“ weitgehend aus der sozialen Nothilfe für ausländische Studierende heraus. Auf örtlicher Ebene können Mittel für neue Unterstützungsfonds durchaus gewonnen werden. Entsprechende Fundraisingaktivitäten sind allerdings sehr arbeitsintensiv und hängen stark von persönlichen Konstellationen ab.

Die Kooperationstagung hat in beeindruckender Weise die Bandbreite des Engagements der katholischen und der evangelischen Kirche gezeigt, mit dem diese die Integration ausländischer Studierender fördern. Gleichzeitig wurden die Defizite der Internationalisierungsbemühungen des Bundes und der Hochschulen im Blick auf die Entwicklungsländer deutlich. Hier in einem sich intensivierenden Wettbewerb um kluge Köpfe dafür zu sorgen, dass die Interessen der Entwicklungsländer nicht aus dem Blick geraten, wird eine wichtige Aufgabe der Hochschul- und Studierendengemeinden bleiben.
Ein sechsseitiger Tagungsbericht beschreibt den Verlauf der Tagung und fasst die wichtigen Ergebnisse zusammen.
In einer einführenden PPT-Präsentation haben Bernhard Esser und Thomas Richter Alender Eckdaten der Internationalisierung und Ergebnisse einer Umfrage zur Arbeit der Hochschul- und Studierendengemeinden mit ausländischen Studierenden vorgestellt.
Einfuehrungs_PPT.pdf [3.57 MB]Einführende Präsentation von Bernhard Esser und Thomas Richter-Alender mit Ergebnissen einer Umfrage zur Arbeit mit ausländischen Studierenden
Dr. Reinhard Hermle, ehemaliger Leiter der entwicklungspolitischen Abteilung von Misereor, machte in seinem Auftaktreferat deutlich, wie vielschichtig die Beurteilung der Internationalisierung der Hochschulen aus entwicklungspolitischer Sicht ausfällt.
Vortrag_Hermle.pdf [173.92 KB]Referat Dr. Reinhard Hermle "Entwicklungspolitische Zusammenarbeit und Internationalisierung der Hochschulen"
In Posterpräsentationen und einer schriftlichen Dokumentation wurden Beispiele guter Praxis von kirchlicher Arbeit in folgenden Themenfeldern vorgestellt: Integration fördern - Materielle Hilfe leisten - Menschen begleiten und beraten - Begabungen fördern - Entwicklungspolitisches Bewusstsein wecken.
Dokumentation_Praxisbeispiele.pdf [1 MB]Dokumentation der Praxisbeispiele von Hochschul- und Studierendengemeinden, STUBEn, EED und KAAD
Frau Barbara Mück, Referatsleiterin beim DAAD, stellte im Workshop zum Thema "Begabungen fördern" die Afrika-Sonderprojekte des DAAD vor und gab einen Einblick in die entwicklungspolitische Arbeit des DAAD.
DAAD_Afrikaprojekte_PPT.pdf [1.18 MB]Präsentation der Afrika-Sonderprojekte des DAAD von Barbara Mück (Referatsleiterin DAAD)
Das Magazin "Campus und Karriere" von Deutschlandradio sendete am 12. Dezember 2008 einen Bericht zu der Kooperationstagung.
DR_2008_12_12.pdf [27.8 KB]Meldung zum Radiobericht über die Tagung im Deutschlandradio (Magazin "Campus und Karriere"), 12. Dezember 2008
Die Tagung wurde von einem Leitungsteam mit Vertretern aus katholischen und evangelischen Hochschul- und Studierendengemeinden vorbereitet :
Bernhard Esser (KHG Köln), Hans-Ulrich Gehring (ÖZ Stuttgart), Doris Kreuzkamp (ESG Gießen), Jörn Möller (Bundes-ESG, Hannover), Thomas Richter-Alender (ÖZ Stuttgart), Lukas Rölli (Forum Hochschule und Kirche, Bonn), Eckart Stief (ESG Kaiserslautern)
![]() | Die Tagung wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Wir danken herzlich für die Unterstützung. |
Für weitere Informationen zu der Tagung wenden Sie sich bitte an:
Dr. Lukas Rölli
Tel. (0228) 923 67-31
Mail roelli@fhok.de





