Hochschulgemeinden beraten zu Demokratie in Gesellschaft und in Kirche

Hochschulgemeinden beraten zu Demokratie in Gesellschaft und in Kirche

(Berlin/Bonn, 21. November 2021) Vom 19. bis 21. November versammelten sich in Berlin über 60 Delegierte aus 22 Hochschulgemeinden zur bundesweiten Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH). Die Frage nach den Voraussetzungen und Gestaltungsmöglichkeiten einer lebendigen Demokratie in unserem Land und in der katholischen Kirche standen im Mittelpunkt der Tagung. Die Versammlung beschloss mehrere Aktivitäten, um Klimagerechtigkeit in den Hochschulgemeinden zu fördern. Sie wählte zudem die Hälfte der Vorstandsmitglieder neu und bestätigte Magdalena Schmitt (Köln) als Vorsitzende.

Die diesjährige Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) stand unter dem Thema „LebensWerte Demokratie“. Die rund 70 Delegierten und Gäste begaben sich in Workshops auf eine Spurensuche nach den Voraussetzungen und Gestaltungsmöglichkeiten, die eine Demokratie lebenswert machen. In unterschiedlichen Arbeitsgruppen wurde über grundsätzliche Fragen der politischen Beteiligung in unserer Gesellschaft diskutiert oder eine gute Debattenkultur analysiert und eingeübt. Mit einem Vertreter von Christians for Future Deutschland diskutierten die Teilnehmer:innen über die ethische Pflicht des Engagements für den Klimaschutz. Und mit dem EU-Parlamentarier Dr. Sergey Lagodinsky tauschte sich eine Gruppe zu der Frage aus, wie die Grundwerte der Demokratie in allen Mitgliedsstaaten der EU verteidigt werden können. Eine Arbeitsgruppe befasste sich mit der Frage nach demokratischer Teilhabe an Kirche in den katholischen Hochschulgemeinden. Das katholische Nachrichtenportal katholisch.de stellte der AKH seinen Social Media Kanal zur Berichterstattung zur Verfügung.

„Dass wir uns gerade jetzt mit Demokratie auseinandersetzen, ist kein Zufall“, erklärt Magdalena Schmitt, die wiedergewählte Vorsitzende der AKH. „Die Fridays for Future Bewegung in den letzten Jahren und aktuell die Bundestagswahl im September zeigen, dass junge Menschen in unserem Land sich verstärkt an der Gestaltung der Zukunft beteiligen wollen. Auch in unserer katholischen Kirche haben wir Laien mit dem Synodalen Weg sehr deutlich die Forderung nach mehr Beteiligung und nach einer transparenteren Verteilung und Kontrolle von Macht in der Kirche aufgestellt. Als Christinnen und Christen möchten wir den Grundsätzen der Demokratie, die Menschenwürde schützen und Partizipation ermöglichen, auch in unserer Kirche zum Durchbruch verhelfen. Wenn junge Erwachsene sich in erhöhtem Maß in zentrale Fragen unserer Gesellschaft einmischen, wie etwa die Flüchtlingskrise oder den Klimaschutz, dann können wir mit demokratischer Mitbestimmung in unserer Kirche nicht einfach Halt machen!“

„Die katholischen Hochschul- und Studierendengemeinden haben hier eine große Chance, sozusagen in einer Vorreiterrolle den Studierenden, die sich hier engagieren, Beteiligung und Mitgestaltung in weitreichendem Maß zu eröffnen, nicht nur an kulturellen oder diakonischen Aktivitäten sondern auch im liturgischen und spirituellen Bereich“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Richard Hübner. „Demokratie und Partizipation sind aber keine Selbstverständlichkeit, kein Selbstläufer und sie sind kein Selbstzweck. Sie müssen in jeder Studierendengeneration neu entfaltet, immer wieder neu überdacht und überprüft werden. Dies in Erinnerung zu rufen, war Ziel unserer diesjährigen Delegiertenversammlung. Und dies bleibt eine zentrale Aufgabe der AKH als Bundesorganisation aller Hochschulgemeinden“, schließt Magdalena Schmitt.

Die Delegierten sprachen sich dafür aus, in den Hochschulgemeinden verstärkt die Auseinandersetzung mit dem eigenen klimagerechten Verhalten zu fördern und setzten dazu einen Arbeitsausschuss ein. Dieser wird sich auch mit einem zielgruppenspezifischen Nachhaltigkeitssigel für Hochschulgemeinden befassen. Weiter haben die Delegierten beschlossen, eine bundesweite digitale Veranstaltungsreihe zum Thema „Kirchenasyl in Hochschulgemeinden“ anzubieten. Sie werden auch bei der Dritten Vollversammlung des Synodalen Weges in Frankfurt M. im Februar 2022 eine öffentliche Präsenz der Hochschulgemeinden zeigen. Die Katholischen Hochschulgemeinden werden aufgerufen, sich aktiv an der 72-Stunden-Aktion des BDKJ, die im Jahr 2024 stattfinden wird, zu beteiligen. Das Projekt einer zentral organisierten Mitgliederwerbung für Hochschul- und Studierendengemeinden wurde um ein Jahr verlängert. Im Zusammenhang mit der verbandsinternen Strukturreform des Forum Hochschule und Kirche e.V. (FHoK) machte die Delegiertenversammlung den Weg frei für eine neue Gesamtstruktur. Diese wird in einem einheitlichen Bundesaufbau eine breite Partizipation und Kooperation von ehrenamtlichen Studierenden und Hochschulangehörigen, hauptamtlichen Seelsorger:innen und Bistumsvertreter:innen sowie weiteren kirchlichen Organisationen im Hochschulbereich ermöglichen und fördern.

Die Delegiertenversammlung bestätigte Magdalena Schmitt (Köln) im Amt als Vorsitzende der AKH. Neu in den Vorstand gewählt wurden Lára Davidsdottir (Flensburg), Susanne Fischer (München), Anna Kintrup (Münster), Sarah Maria Paul (Greifswald); für eine erneute Amtszeit bestätigt wurden Richard Hübner (Würzburg) und Konrad Osterheider (Dresden).

 

mehr Informationen:      Magdalena Schmitt       

21-11-21-AKH Delegiertenversammlung-final

Fotos: FHoK

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