Ermutigung, sich neuen Lebenswelten an den Hochschulen auszusetzen

Bundesweite Tagung der Hochschulseelsorger:innen in Deutschland nimmt Vielfalt von Orten der Seelsorge an Hochschulen in den Blick

(Mainz-Bonn, 13. September 2021) Sich „fremden Welten“ auszusetzen war das Ziel, das gut 55 Hochschulseelsorger:innen aus ganz Deutschland in ihrer digitalen KHP-Herbsttagung vom 7. bis 9. September verfolgt haben. Sie ließen sich inspirieren von der These des Frankfurter Pastoraltheologen Prof. Dr. Wolfgang Beck, dass Kirche an den Hochschulen es wagen solle, sich an Orte zu begeben, die ihr fremd sind. Sie sei vom Evangelium gefordert, nicht so sehr als Gastgeberin aufzutreten, sondern dorthin zu gehen, wo sie selbst Gast ist. Diese Erfahrung machten die Teilnehmenden in zwei angeleiteten Exposure Experimenten.

In Grußworten von Bischof Dr. Peter Kohlgraf und von den Präsident:innen der drei Hochschulen in Mainz erfuhren die Teilnehmenden eine große Wertschätzung für die Präsenz der Kirche an den Hochschulen. Die Mitgliederversammlung der Konferenz für Katholische Hochschulpastoral (KHP) wählte im Anschluss am 9. September die Mainzer Pastoralreferentin Christine Schardt für weitere zwei Jahre zur Vorsitzenden.

Das Setting der Tagung, die von einem Team von Hochschulseelsorger:innen vorbereitet wurde, war so angelegt, dass die Teilnehmenden die Haltung des Lernens und Entdeckens mittels kleiner Experimente, sogenannter Exposures, selbst ausprobieren konnten. Die beiden Pastoraltheologen Dr. Gerrit Spallek (Hamburg) und Dr. Andree Burke (Hamburg) leiteten die Hochschulseelsorger:innen in einem vorgelagerten „bewussten Verlaufen“ und in einer Exkursion in virtuelle Welten an, Fremdheitserfahrungen zu machen und diese dann im gemeinsamen Austausch zu reflektieren.

In diesen Gesprächen wurde deutlich, dass ein Spannungsfeld besteht zwischen der Fokussierung auf kirchliche Orte, in denen die Hochschulgemeinden „zu Hause“ sind, und der Neugier für Orte an den Hochschulen, in denen Kirche ein Fremdkörper ist. Bei aller angesagten Offenheit und „spirituellen Demut“ sprachen sich die Teilnehmenden dafür aus, dass bestimmte Werte in der Begegnung mit dem Fremden nicht veräußerlich seien. Andree Burke und Gerrit Spallek sprachen den Hochschulseelsorger:innen die Empfehlung aus, die gemachte Exposure-Erfahrung als einen Stil bzw. eine Haltung zu entwickeln, der ihre pastorale Arbeit an den Hochschulen prägt.

Die Mitgliederversammlung der KHP wählte neben der Vorsitzenden, Christine Schardt (Mainz, bisher), Dr. Martin Stanke (Marburg, bisher), Ute Marita Winter (Oldenburg, neu) sowie Sigrid Monnheimer (Gießen, neu) in den Vorstand (Geschäftsführender Ausschuss). Die Versammlung setzte ein kollegiales Beratungsforum für die Arbeit mit internationalen Studierenden ein und bekannte sich in zwei Entschließungen deutlich zur sozial-ökologischen Verantwortung der Kirche und der Hochschulgemeinden und Hochschulpastoralen Zentren im Besonderen. Der Satzungsentwurf für eine Neugestaltung der bundesweiten Strukturen der Hochschulpastoral (Forum Hochschule und Kirche e.V. – FHoK) fand eine breite Zustimmung.

Im kommenden Jahr 2022 wird sich die Herbsttagung der KHP vom 6. bis 8. September unter dem Titel „Hope dies – Action begins“ mit der Frage befassen, welchen Sendungsauftrag die Christ:innen angesichts des Klimawandels haben.

 

Pressemitteilung zum Download

Link zum neu gewählten Geschäftsführenden Ausschuss (GA)

Text: Dr. Lukas Rölli

Bild: FHoK e.V.

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Veröffentlicht in Allgemein, FHoK, KHP, Kirche am Campus

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