„Dem können und wollen wir als Christ:innen nicht schweigend zuschauen”

Delegierte der katholischen Hochschulgemeinden stimmen für Meinungsfreiheit, Nachhaltigkeit und menschenwürdigere sowie umfassendere Migrationspolitik

Über 70 Delegierten aus rund 30 Hochschulgemeinden des gesamten Bundegebiets haben sich vom 20. bis 21. November 2020 in der digitalen Delegiertenversammlung (DV) der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) über aktuelle Fragen und Arbeitsschwerpunkte im kommenden Jahr 2021 beraten.

Zur Migrationspolitik verabschiedeten die Delegierten eine an Bundestag, Bundesregierung und Deutsche Bischofskonferenz gerichtete Stellungnahme zur aktuellen Geflüchtetenpolitik der EU, die u.a. sichere Fluchtwege, Schutz des Lebens und der Menschenwürde, internationale Solidarität und ein gesamteuropäisches Verfahren sowie bessere Möglichkeiten der Integration fordert.

Angesichts „der tragischen Situation Geflüchteter auf dem Weg in eine sichere Zukunft sieht sich die AKH als Vertreterin christlicher Grundwerte und Menschenrechte verpflichtet, auf diese Missstände aufmerksam zu machen und an die Verantwortlichen zu appellieren, dass eine menschenwürdige Politik für Geflüchtete notwendig und unabdingbar ist“, so der Beginn der Stellungnahme im Wortlaut. Als Menschen, als Christ:innen und als katholische Organisation könne und wolle man nicht schweigend zuschauen. Entsprechend der Stellungnahme und dem bisherigen Engagement zahlreicher Hochschulgemeinden in der Flüchtlingsarbeit, wurde dem Beitritt der AKH zum Bündnis „United for Rescue“ mit großer Mehrheit entsprochen.

Neben der Migrationspolitik wurden als weitere thematische Schwerpunkte der DV insbesondere die aktuellen gesellschaftspolitischen Themen „Nachhaltigkeit“ und „aktuelle politische Strömungen“ ausgemacht, die ebenso wie das Thema „Migrationspolitik“ 2021 in einem eigenen Ausschuss behandelt werden sollen.

Zu den aktuellen Vorgängen in der KHG Köln (siehe die gemeinsam mit den weiteren Bundesorganisationen der Hochschulseelsorge veröffentlichte Stellungnahme „Unverständnis und Empörung über die Vorgänge um die dortige Hochschulgemeinde“ vom 20. November 2020) erklärten sich die Delegierten der DV solidarisch mit der KHG Köln in deren Bemühen, Meinungsfreiheit gegenüber der Bistumsleitung gewährleistet zu sehen.

Desweitern befasste sich die DV intensiv mit Fragen, die sich im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Bundesstrukturen der Hochschulpastoral stellen und unterstrich das Anliegen eines partizipativen und demokratischen Austauschs. Demnach sei eine paritätische Vertretung von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in einer zukünftigen Mitgliederversammlung ein zentrales Anliegen.

Die DV wählte

  • Jonas Borgwardt (Flensburg),
  • Franz-Josef Dobelmann (Saarbrücken),
  • Rick Hümmert (Würzburg),
  • Susanna Laux (Saarbrücken),
  • Pauline Mika (Dresden),
  • Raphael Röwekamp (Münster),
  • Magdalena Schmitt (Köln)

als neue Mitglieder in den zwölfköpfigen Vorstand. Ruth Luschka (Regensburg) rückte für ein ausgeschiedenes Mitglied nach. Als Vorsitzende wurde Magdalena Schmitt (Köln) für ein zweites Amtsjahr bestätigt.

Die gesamte DV fand erstmals rein digital statt. Vorausgegangen war in der Woche zuvor bereits das digitale Veranstaltungsformat eines Pub-Quiz, an dem 33 deutsche Hochschulgemeinden teilnahmen (s. Bericht auf katholisch.de: „Pub-Quiz: 33 deutsche Hochschulgemeinden treten zum großen Showdown an“).

 

Redaktion:  Marco Petrelli


Die Delegiertenversammlung ist die wichtigste Versammlung der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH). Sie findet einmal im Jahr im November an wechselnden Orten in Deutschland statt.

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