Katholische Hochschulseelsorger/innen kritisieren Diskriminierung von Frauen in der Kirche

Auf Anregung ihrer Frauenkonferenz kritisiert die Konferenz für Katholische Hochschulpastoral in Deutschland (KHP) die Diskriminierung von Frauen in der Katholischen Kirche. Sie fordert eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern auf allen Ebenen der Kirche. Dies betrifft insbesondere den Zugang zu allen Weiheämtern

Die KHP-Frauentagung fand vom 9. bis 10. September 2019 in Würzburg zum Thema „Wo stehen wir?! – Theologische und biografische Auseinandersetzung mit dem geweihten Frauenpriestertum“ statt. Ein Ergebnis: Dass es kein geweihtes Frauenpriestertum gibt, schränkt die beruflichen Möglichkeiten und die Sichtbarkeit von Frauen in der Hochschulpastoral erheblich ein.

Auswirkungen im Hochschulkontext

Die Benachteiligung von Frauen in der Katholischen Kirche ist im Hochschulkontext nicht mehr vermittelbar. Das erleben die Seelsorgerinnen in ihrem Berufsalltag im Gespräch mit Student*innen. Dass Frauen bisher von der Sakramentenspendung ausgeschlossen sind, hat eine starke Symbolwirkung. Studentinnen von heute wünschen sich eine Kirche, mit der sie sich als emanzipierte junge Frauen identifizieren können. Das kann nur gelingen, wenn das Lehramt zu einem neuen Frauenbild findet und Frauen die gleiche Verantwortung und Wirksamkeit zugesteht.

Diskussionen um die Ämterfrage

Prof.in Dr.in Sabine Demel (Universität Regensburg) warf auf der Tagung die Frage auf: „Wovor nur haben unser Papst und unsere Bischöfe so Angst? Warum tun sie es nicht endlich und lassen auch Frauen zum Sakrament der Weihe zu? Was schreckt sie an der Vorstellung von Diakoninnen, Priesterinnen, Bischöfinnen? Wie lange wollen sie noch der Öffentlichkeit und sich selbst einreden, dass das unmöglich geht?“ Die Professorin für Kirchenrecht stellte fest: „Sowohl theologisch-inhaltlich als auch formal-rechtlich spricht alles dafür und so gut wie nichts dagegen – vorausgesetzt, die Rede von der Glaubwürdigkeit und der Zukunftsfähigkeit der Kirche sind nicht nur leere Lippenbekenntnisse.“ Die Frauenkonferenz bekräftigt die Forderungen der Osnabrücker Thesen (Ergebnispapier eines ökumenischen Kongresses im Dezember 2017 in Osnabrück): „Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss. Bei der Frage nach Frauenordination geht es nicht um die Frage nach Macht, sondern darum, welche Rolle dem Geschlecht bei der Berufung zukommt.“


Die zugehörige Pressemitteilung finden Sie hier als PDF zum Download.

Foto: Privat

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Veröffentlicht in KHP

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